Die Kommunalwahl in Niedersachen und die Landtagswahlen in Berlin haben es wieder gezeigt, dass der große Megatrend das Wahlverhalten der Bürger beherrscht. Warum wird auf die FDP so medial wirksam eingedroschen? Ganz einfach - Medien müssen sich verkaufen und die TV-Sender brauchen Einschaltquoten. Die Printmedien haben ohnehin einen schweren Stand und beschäftigen gerne freie Mitarbeiter - die, Umfragen haben dies bestätigt, zu cirka 70 Prozent den Grünen zugewandt sind.
Die Liberale Mitte ist für diese Medienshow uninteressant. Nur extreme Positionen finden Beachtung. Die Ausgewogenheit und abwägende Position in der politischen Mitte ist uninteressant. Eine solch starke Pointierung durch die Medien vermag dem Bürger leichter zu vermitteln sein, verdeckt und behindert jedoch politische Probleme im Kontext zu sehen. Politik hat einen sehr starken emotionalen Faktor, der sich bei der Diskussion beispielsweise um Atomkraft, Abfallentsorgung oder bei Baumaßnahmen wie Stuttgart 21 widerspiegelt. Nicht Vernuftsentscheidungen sind hier angesagt, sondern Gefühle, Ängste und Stimmungen bestimmen das Handeln.
Auf dieser Basis lassen sich Sachentscheidungen immer schwerer realisieren und die Politik ist einem stetig größer werden Populismus unterworfen.
Die FDP als intellektuelle Partei der Sachlichkeit und dem liberalen Grundverständnis verschrieben, hat es unter diesen Rahmenbedingungen entsprechend schwer. Dennoch hat sie gerade in diesen Zeiten der Extreme die wichtige Funktion, dass das liberale Grundverständnis in unserer Gesellschaft gewahrt bleibt. Zu schnell könnte ansonsten auf dem Altar des Populismus die Freiheiten des Einzelnen geopfert werden.
Wie schnell so etwas gehen kann, sieht man beispielsweise deutlich in Ökologiedebatte, in der unverholen tiefe Einschnitte in die freie Selbstbestimmung des Bürgers gefordert werden. Dies fängt bei der Verdammung des Individualverkehrs an und endet in der Gängelung bei den Nahrungsmitteln. Dazu werden Ängste erzeugt und falsche Sachverhalte übermittelt. Zum Beispiel haben die Umweltzonen keinerlei Effekte bei Feinstaubbelastung erbracht, wofür sie aber installiert wurden. Atomstrom sei teurer als andere Stromerzeugungen, jedoch zahlt ein Franzose nur die Hälfte unserer Strompreise, obwohl dort der Strom zu 70 Prozent aus Atomkraftwerken stammt. Obst- und Biogemüse ist nachweislich nicht gesünder als Obst und Gemüse aus herkömmlichem Anbau.
So leben wir derzeit in einer Gesellschaft - "nein, danke". Ob Gentechnik, Straßenbau, Bahnhofsbau, Stromleitungsbau, Stammzellenforschung
etc. überall wird blockiert, Bedenken erhoben und Ängste geschürt. Dies ist Ausdruck einer Überflussgesellschaft, die nicht mehr in der Lage ist sich fortzuentwickeln. Die Technikfeindlichkeit treibt munter ihre Blüten und als Krönung bestimmen nun Piraten unsere Zukunft mit Null Ahnung, null Programm aber immer feste voran. Wenn das kein Grund ist, sich in der FDP zu engagieren! Ja, bitte!!! Meine Freiheit ist es mir wert.
Conrad Bramm